Was darf ein Architekt kosten?

Du hast die ersten Hürden auf dem Weg zu deinem Traumhaus bereits gemeistert und brauchst jetzt nur noch den passenden Architekten für dessen Realisierung? Kein Problem. Wir stehen dir zur Seite und beraten dich Schritt für Schritt, um gemeinsam die beste Lösung zu finden. Denn die Wahl des Architekten beeinflusst den Erfolg jedes Bauvorhabens maßgeblich.

Dabei spielen natürlich viele verschiedene Faktoren eine Rolle – essenziell ist aber wie immer die Einhaltung deines Budgets. Deshalb solltest du nach Möglichkeit schon im Vorfeld wissen, was ein Architekt kosten kann und auf welche Feinheiten es zu achten gilt. Dir stehen hier diverse Optionen offen. In diesem Artikel widmen wir uns ganz der Frage nach dem Architektenhonorar.

Häuserplanung mit Vollprofis
Quelle: Thirdman von Pexels

Überblick: Was wird dein Architekt kosten?

Für den ersten Kostenvoranschlag ziehst du die gesamten Baukosten (inklusive Mehrwertsteuer) zurate. Das bedeutet: alle Aufwendungen minus den Preis für Grund und Boden. Um konkret herauszufinden, was dein Architekt kosten wird, kannst du von diesem Betrag einen gewissen Prozentsatz ableiten.

Bei einem standardmäßigen Einfamilienhaus betragen die Kosten für den Architekten im Durchschnitt 10 % der Bausumme. Mehrfamilienhäuser liegen knapp darunter.

Da in der Branche stündliche Honorare gerne erst jenseits der 100 Euro beginnen, hat es sich in Deutschland eingebürgert, mit einem Pauschalbetrag pro Projekt zu rechnen. Damit keine unnötigen Kosten anfallen, stellt dir der Gesetzgeber einige Hilfen zur Seite.

HOAI – Die Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure

Eine erste Orientierung zur Kalkulation deiner Architektenkosten gibt die Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die HOAI teilt die Leistungen beteiligter Fachkräfte wie der Bauingenieure, Architekten und Statiker in neun klar definierte Phasen ein. Diese werden je nach Aufwand unterschiedlich vergütet. Dadurch bleibt jede Kostenstelle stets nachvollziehbar.

Das Honorar deines Architekten setzt sich aus den im Einzelfall gewählten Leistungsphasen zusammen:

Aber Vorsicht: Seit 2019 ist die HOAI nicht länger verbindlich. In der Theorie steht es deinem Architekten demnach frei, seinen Lohn nach eigenen Maßstäben zu bestimmen. Er könnte von den Empfehlungen der HOAI abweichende Stundenlöhne festlegen oder sein Honorar einfach nicht nach den Baukosten richten. Aktuell bestimmt also der Architekt Kosten und Honorar für die Gebäudeplanung. Das kann zu Problemen führen.

Aus diesem Grund empfiehlt sich die HOAI als Grundlage noch immer. Die einzelnen Bereiche sind klar abgegrenzt, sodass Missverständnisse ausgeschlossen sind.

Planst du bei deinem Architekt Kosten ein, stimmt das Endergebnis
Quelle: Ron Lach von Pexels

Transparente und faire Leistungen

Mit der Einordnung jeder Leistung in die entsprechende Phase kann dein Architekt gut und vor allem auch für Laien verständlich Komplexität sowie Umfang des Bauvorhabens kalkulieren. So verschaffst du dir schon bei der Erstberatung einen ziemlich präzisen Überblick der Architektenkosten. Ein Architekt, der sein Handwerk versteht, wird seine Planung gemeinsam mit den Bauherren vornehmen und spezielle Wünsche berücksichtigen. Unter Zuhilfenahme der HOAI Leistungsphasen lassen sich die noch offenen Aufwendungen ganz individuell an deinen Bau anpassen.

Du hast einen Traum von den eigenen vier Wänden oder bereits genaue Vorstellungen, die es umzusetzen gilt? Perfekt. Wir haben den passenden Experten.

Vorab: Auch mit der HOAI als Grundlage hast du die Wahl. Du kannst während des gesamten Prozesses auf einen Profi vertrauen oder bloß einzelne Leistungen in Auftrag geben, um mit deinem Architekt Kosten zu sparen. Als Ansprechpartner begleitet dich dein Architekt nur in dem Umfang, dem beide Parteien zustimmen.

Das heißt, du kannst deinen Architekten beispielsweise für die ersten drei Leistungsphasen beauftragen und dort den Hausbau gemeinsam gestalten. Anschließend kannst du frei entscheiden, ob der Experte deinen Ansprüchen gerecht wurde und ihm bei erfolgreicher Zusammenarbeit die weiteren Leistungsphasen für den (Haus-)Bau übertragen.

Denn Architektenhäuser können auch von mehreren Architekten geplant werden. Falls du also mit der Abwicklung nicht zufrieden bist, übernimmt einfach ein anderer Architekt die ausstehenden Schritte.

Architekten und Statiker arbeiten zusammen vor Ort
Quelle: Mikael Blomkvist von Pexels

Zahlen und Fakten – Die HOAI bestimmt, was dein Architekt kosten wird

Sehen wir uns nun die neun Phasen einmal im Detail an. Jede Leistung hat dabei einen bestimmten Anteil am Gesamthonorar, den wir exakt in Prozent angeben. Die Grundlage hierfür bildet immer Zone III oder IV der Honorartabelle, die für Einfamilienhäuser Gültigkeit besitzt. Zone I bräuchtest du zum Beispiel, wenn du über den Bau einer Lagerhalle nachdenkst.

Zur Veranschaulichung nehmen wir zudem ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Du willst ein schmuckes Einfamilienhaus bauen und dank unseres ultimativen Leitfadens für den Hausbau befindest du dich schon in den Startlöchern. Bei der Planung gehst du von anrechenbaren Baukosten in Höhe von 220.000 Euro aus. Im Rahmen der Erstberatung möchte dein Architekt Kosten von 21.780 Euro für ein umfassendes Konzept veranschlagen. Das entspricht fast exakt 10 % der Bausumme und klingt durchaus fair.

Um diesen Ersteindruck zu bestätigen, bittest du deinen Architekten um eine genaue Auflistung der Kosten gemäß den Leistungsphasen der HOAI.

LP 1: Grundlagenermittlung

Kostenpunkt: 435,60 EUR oder 2 % des Gesamthonorars

Verhandelst du darum, was dein Architekt kosten darf, befindest du dich in dieser ersten Phase der Bestandsaufnahme. In Absprache mit allen beteiligten Parteien wird das Leistungsspektrum klar definiert. Dazu besichtigt das Team des Architekten den Bauplatz, beginnt mit der Dokumentation und überlegt, welche Unternehmen sich am besten eignen.

LP 2: Vorplanung

Kostenpunkt: 1524,60 EUR oder 7 % des Gesamthonorars

Es folgen zusätzliche Analysen und dein Architekt fertigt Skizzen an. Im Mittelpunkt sollten stets die Wünsche des Bauherrn stehen. Kommunikation ist demnach von essenzieller Wichtigkeit – seien es nun Erklärungen an die Auftraggeber, Absprachen mit den Dienstleistern oder die Kontaktaufnahme zu den Behörden. Am Ende muss eindeutig geklärt sein, wie das Vorhaben zum Erfolg geführt wird.

Was dein Architekt kosten darf, um dein Traumhaus zu entwerfen
Quelle: Anete Lusina von Pexels

LP 3: Entwurfsplanung

Kostenpunkt: 3267 EUR oder 15 % des Gesamthonorars

Dein Architekt arbeitet seine Skizzen zu Entwürfen aus. Dafür werden weitere Daten gesammelt, sodass bei den Zeichnungen der Maßstab stimmt. Doch das Team muss nicht ständig vor Ort bleiben. Ein Großteil der Tätigkeit eines Architekten spielt sich am Schreibtisch ab.

LP 4: Genehmigungsplanung

Kostenpunkt: 653,40 EUR oder 3 % des Gesamthonorars

Auf den Ergebnissen der ersten Leistungsphasen aufbauend, werden diese Ideen und Konzepte jetzt langsam in die Tat umgesetzt. Die rechtliche Seite darf hier jedoch nicht vernachlässigt werden. Um die entsprechenden Genehmigungen kümmert sich dein Architekt, der sich auf seine Erfahrungen und sein Netzwerk verlässt.

LP 5: Ausführungsplanung

Kostenpunkt: 5445 EUR oder 25 % des Gesamthonorars

Behältst du im Blick, was dein Architekt an Kosten verursacht, fällt Phase 5 der HOAI stark ins Gewicht. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt werden die Konzepte greifbar. Dein Architekt erstellt die detailgetreue Bauzeichnung, die als Basis für die eigentliche Konstruktion dient, und in Absprache mit den Partnern wird die Montage angestoßen. Deine Immobilie nimmt Form an.

LP 6: Vorbereitung der Vergabe

Kostenpunkt: 2178 EUR oder 10 % des Gesamthonorars

Die wahrscheinlich wichtigsten Entscheidungen beim Hausbau fallen bei der Vergabe der einzelnen Teilbereiche an. Dein Architekt vergleicht Kosten und Budget, prüft die Angebote und versucht, für jede Aufgabe den richtigen Experten zu gewinnen. Fehler an der Substanz können sich nämlich auf lange wie kurze Sicht als absolut kritisch erweisen. Ein Architekt weiß, worauf es zu achten gilt.

LP 7: Mitwirkung bei der Vergabe

Kostenpunkt: 871,20 EUR oder 4 % des Gesamthonorars

Natürlich begleitet dein Architekt die Vergabe in jeglicher Hinsicht. Er schlüpft in die Rolle des Managers, koordiniert und vermittelt. Alle Ausgaben müssen dokumentiert und mit den Hochrechnungen abgeglichen werden. Das erledigt dein Architekt für dich.

LP 8: Objektüberwachung

Kostenpunkt: 6969,50 EUR oder 32 % des Gesamthonorars

Der Bau beginnt. Jeder hat die Hände voll zu tun und auch der Architekt verdient sich sein Honorar. Fortschritte werden kontrolliert, Abläufe geprüft und Details angepasst, damit das Vorhaben reibungsfrei und ohne größere Unterbrechungen abläuft. So hilft der Architekt dabei, die Kosten niedrig zu halten. Falls doch einmal ein paar kleinere Mängel auftreten, werden diese sogleich behoben.

Architekten und Bauarbeiter arbeiten Hand in Hand
Quelle: Pixabay von Pexels

LP 9 – Objektbetreuung

Kostenpunkt: 435,70 EUR oder 2 % des Gesamthonorars

Selbst wenn du schon in der Immobilie wohnst und der Bau längst abgeschlossen ist, kann ein gewissenhafter Architekt dir dein Leben erleichtern. Du musst gar nicht zwingend den nächsten Anbau im Sinn haben, sondern auch bei Fragen der Instandhaltung kann ein Architekt aktiv werden. Er verfügt über die fachliche Expertise, bei Problemen eine adäquate Lösung zu finden – innerhalb der geltenden Fristen versteht sich.

Summa summarum landest du bei den angesprochenen 21.780 Euro Kosten für den Architekt. Für den Bau eines normalen Einfamilienhauses und der Inanspruchnahme aller zuvor erwähnten Leistungen ein angemessener Preis. Bedenke allerdings, dass es sich hierbei um den Nettobetrag handelt. Inklusive Mehrwertsteuer zahlst du in unserem Beispiel am Ende 25.918,20 Euro für deinen Architekten.

Architekten kosten nicht die Welt

Unsere Bauherrenberater unterstützen dich bei deiner Bauplanung und beraten dich in einem Gespräch zu den möglichen Kosten für Architekt und Statiker beim Bau deines Einfamilienhauses.

Aber unabhängig davon, ob du einen Neubau planst, einen Umbau oder ob du etwas sanieren möchtest, ein Architekt ist fast immer beteiligt. Vom Ausbau der Dachlaube über deine neue Garage bis hin zum Anbau einschließlich eines Home Office: Wir planen mit dir gemeinsam dein Vorhaben. Unsere Experten wissen, was dein Architekt kosten wird und welche Phasen der HOAI du womöglich selbst übernehmen kannst. Passt der Architekt zu dir, bist du deinem Traumhaus einen großen Schritt näher.

Bei guten Architekten sind Kosten und Honorare mehr als gerechtfertigt
Quelle: Tima Miroshnichenko von Pexels

Mit uns kannst du planen

Wir wissen, dass ein Bauprojekt wie der eigene Hausbau nicht immer stressfrei abläuft – vor allem, wenn du zeitgleich Alltag, Familie und Beruf unter einen Hut bekommen willst. Deswegen möchten wir dir dabei helfen, entspannt und sorglos mit deinem Architekten zu planen. Unser Ziel ist, dich zu unterstützen und bei der Planung zu entlasten. Construyo begleitet dich auf jedem Schritt des Weges.

Wir möchten für dich effizient und kostengünstig planen, damit du von Anfang an einen guten Überblick über die anfallenden Kosten für deinen Architekten hast und dein Traumhaus mit deinem Budget umsetzen kannst. Deswegen setzen wir auf moderne Technologien in Verbindung mit jahrelanger Erfahrung aus über 2.000 abgeschlossenen Projekten mit Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmern aus ganz Deutschland.

Mit unserer App kannst du während des Planungsprozesses ganz einfach auf alle relevanten Dokumente zugreifen und den aktuellen Stand deines Vorhabens einsehen. Wenn dein Architekt eine der Leistungsphasen abschließt, lädt er die Unterlagen nur für dich einsehbar in der App hoch. So bleibst du auf dem neuesten Stand und kannst jederzeit und von überall mit deinem Architekten in Kontakt treten. Du sagst uns, was du umsetzen möchtest und wir kümmern uns um die optimale Planung und den richtigen Architekten für dich. So wird dein Architekt kosten, was du dir vorstellst.

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